071 Von Mut, krummen Wegen und dem, was wir nicht planen
Shownotes
Diese Folge wurde am 28. Mai 2026 aufgenommen.
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Ungerade Lebenswege sind das Oberthema dieser Podcastfolge. Ich spreche mit Daniel Kassner darüber, wie es ist, Dinge zu tun, obwohl wir nicht wissen, wo genau uns das hinführt. Und wir sprechen über Abenteuer: 8 Monate, 5.000 Kilometer, ein Fahrrad - und Daniel. Wie das so war, davon erzählt er in der neuen Folge vom Verbindung schaffen - Podcast.
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➡ Was willst du mal werden, wenn du groß bist? Hier treffen sich zwei, die auf diese Frage keine Antwort hatten und einfach mal gemacht haben.
➡ "Ich war noch nicht so weit, aber ich musste erwachsen sein" - wenn nicht zählt, WAS du machst, sondern nur, DASS du was machst.
➡ Was Eltern für die Kinder planen und warum das manchmal gar nicht so verkehrt ist.
➡ Über Job-Hopping und Langzeit-Studierende: Wenn die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium nicht wegweisend ist.
➡ "Eigentlich wollte ich nur die Punkte": Etwas anfangen und merken: Das ist toll, das kann ich, das mach ich weiter!
➡ Über Motivation: Ich wollte nicht am Ende meines Lebens denken 'hätte ich es doch gemacht'
➡ Von Kapstadt nach Nairobi: Wie bereitet man sich auf ein 8-monatiges Abenteuer vor?
➡ Alles Einstellungssache? Warum Daniel nicht alles bis ins kleinste Detail geplant hat und warum er sagt "irgendwann musst du loslassen".
➡ Was dazwischenliegt: In gewisser Weise abhängig, aber gleichzeitig ganz frei.
➡ Über besondere Momente, die sich nicht mal auf Fotos festhalten lassen.
➡ "Sich an der Klarheit der eigenen Gedanken berauschen": Was passiert, wenn du allein in der Stille bist.
➡ Zweifel? Gedanken ans Aufgeben? Gab es nicht.
➡ Die "Einfach-machen-Mentalität": Trainieren ungerade Lebenswege Flexibilität und Gelassenheit?
➡ "Das krieg ich schon irgendwie hin": Wenn das Bedürfnis nach Sicherheit nicht groß ist.
➡ Was wirklich wichtig ist - und was man wirklich braucht.
➡ Einsamkeits-Kater.
➡ "Warum eigentlich nicht?" Wenn keine guten Gründe dagegen sprechen und es sich richtig anfühlt.
➡ Freundlichkeit, Höflichkeit und Respekt als verbindende Elemente.
➡ Nichts bereuen: Daher Entscheidungen treffen und Dinge nicht zu lange aufschieben.
➡ „Manchmal müssen wir die Welt durch die Augen unserer Kinder betrachten, um zu sehen, dass die Welt voller aufregender Abenteuer und Wunder steckt.“ (ist nicht von Einstein, aber trotzdem schön)
➡ Was es aber gibt, ist das hier: „Man darf nicht verlernen, die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen.“ (Henri Matisse)
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Zur Vertiefung (alles auch in der Folge erwähnt):
➡ Zum Thema Stille und dem auf-sich-selbst-zurückgeworfen-sein: Folge mit Eva Scheller
➡ Film "Into the Wild"
➡ Daniels Blog pedalumdrehungen.de
➡ Daniel zu Gast beim Deutschlandfunk
➡ Daniel im Podcast
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Transkript anzeigen
00:00:03: Starke, nachhaltige Verbindungen.
00:00:06: Wie geht das eigentlich?
00:00:08: Wie machen wir das und wann?
00:00:12: Was tut uns gut?
00:00:16: Diesen Fragen geht der Verbindungsschatten-Podcast nach mit Denken und Mitfühlen ausdrücklich erlaubt.
00:00:30: Klein war... Und man hat mich gefragt was ich eigentlich mal werden will.
00:00:34: Da habe ich ganz lange keine Antwort darauf gehabt.
00:00:37: Also ich wusste vieles was sich auf gar keinen Fall werden wollte aber Was ich werden wollte, ja keine Ahnung.
00:00:44: Und ich hatte auch nie so richtig diese Abenteuerlust oder den Drang.
00:00:48: Oh!
00:00:48: Ich muss jetzt die Welt sehen und ganz weit wegziehen.
00:00:51: Ich muss alles Mögliche tun und erkunden ins All fliegen was weiß ich?
00:00:56: Vielleicht bin ich da tatsächlich ein bisschen langweilig kann sein aber trotz dieser Planlosigkeit ist mein Leben dann eine ganze Weile irgendwie doch in eine geplante Richtung gelaufen.
00:01:07: Also so ein, einer Art grader Weg dann doch könnte man sagen bis zum Abitur und auch noch so ein bisschen weiter bis dann eben irgendwie nichts mehr geplant war.
00:01:16: Auch da bin ich schon hingekommen werden wir drüber sprechen.
00:01:20: Ich habe mir heute Daniel Kassner eingeladen Und wir reden nämlich über diese ungraden Lebenswege dieses vielleicht auch planlose und vielleicht auch dieses einfach mal gucken was kommt Und wir werden sprechen über Pläne, über die Lust zu entdecken.
00:01:34: Weil Daniel nämlich, der hat auch schon so einige Schlangen liegende Macht in seinem Leben und er ist vor ein paar Jahren mit dem Rad durch Afrika gereist.
00:01:43: ja und das wollte ich natürlich genauer wissen.
00:01:45: daher hallo lieber Daniel.
00:01:46: schön dass du heute hiermit dabei bist.
00:01:49: Hallo danke dass ihr vorbei sein darf.
00:01:52: Ja super gerne.
00:01:53: Du bist ja auch einer der sich gemeldet hat.
00:01:55: Du hast mich angeschrieben hast gesagt Anna hey ich habe vielleicht auch was zu erzählen Und jetzt sind wir hier und sprechen miteinander.
00:02:03: Deswegen wollte ich auch noch mal kurz sagen, wenn du da draußen sowie Daniel auch eine coole Geschichte zu erzählen hast... oder einfach nur irgendwas zu erzählen.
00:02:11: Also es braucht wirklich kein Promi-Bonus, du musst nicht die Steilvorlage für ein Film oder sowas hier bieten sondern einfach nur Lust haben mit mir so'n bisschen was zu erkunden Verbindungen zu erkünden im Leben.
00:02:24: Dann kannst Du mich einfach anschreiben verbindung at anakushinski.de und vielleicht sind wir dann demnächst auch hier im Gespräch.
00:02:32: So der Werbeblock musste noch kurz sein.
00:02:34: Seid mutig bitte.
00:02:37: Aber jetzt Daniel, ich hab eben schon gesagt für mich ... Ich hatte nicht so eine richtige Idee.
00:02:43: Ich möchte Tierärztin werden oder weiß ich nicht, Polizistin?
00:02:49: Das gab es bei mir nicht.
00:02:51: Gab's was, was du mal werden wolltest als du klein warst?
00:02:54: Tatsächlich auch nicht wirklich.
00:02:57: Als Grundschulewader habe ich immer gesagt, okay, ich möchte Taxifahrer werden und Klämpner werden.
00:03:04: Wirklich draus geworden ist da tatsächlich nichts und irgendwann bin ich, weil ich selbst nicht wusste was ich wollte, bin ich in Meinzelhandel gelandet auf Anraten meiner Eltern.
00:03:16: Also im Grunde sowas was andere dir vorgeschlagen haben.
00:03:20: bei mir war das so ein bisschen.
00:03:22: meine Mutter hat immer gesagt wir müssen Abitur machen.
00:03:25: Also, das war der Plan.
00:03:26: Das war der Weg.
00:03:28: und sie hat immer gesagt macht das weil dann könnt ihr alles machen.
00:03:31: also das war für mich so festgelegt ich sollte Abitur machen damit ich dann alle Möglichkeiten in der Welt habe.
00:03:39: Und es ist ja interessant.
00:03:40: also du sagst ungrade Lebenswege dass es ein bisschen Ja man wusste nicht so genau hat mal hier was gemacht.
00:03:47: wir kommen da auch gleich noch weiter Nicht nur zum Einzelhandel Aber es ist ja gar nicht mehr so, dass diese geraden Lebenswege eigentlich überhaupt noch üblich sind.
00:03:58: Also in Vaters Fugesstapfen treten oder keine Ahnung?
00:04:02: du lernst eine Sache und dann bleibst Du einfach immer dabei.
00:04:07: was hast Du denn gedacht als Du diese Ausbildung angefangen hast?
00:04:11: Ehrlich gesagt gar nicht viel.
00:04:13: ich war einfach froh das ich einen Job hatte Denn...ein Fall war ich da sechzehn da wollte ich einfach nur meine Ruhe haben.
00:04:22: Ich war im Kopf noch nicht wirklich erwachsen, aber ich musste erwachsen sein!
00:04:27: Das machte die Sache ein bisschen schwierig und entsprechend habe ich mich dann auch den nächsten paar Jahre immer von Job zu Job gehangelt mal zwei Jahre hier, dann neun Monate in der Firma, dann einen Jahr in einer anderen Firma und irgendwann bin ich dann bei der Deutschen Post
00:04:45: gelandet.".
00:04:46: Ja das ist total interessant, aber dieses Mal hier mal da... finde ich auch total interessant.
00:04:53: Also für mich passt das auch total zu diesem heutigen, also vielleicht auch so ein bisschen zu diesem Zeitgeist... Ich habe, hab' ich ja gerade schon gesagt, ich habe das Abi wirklich gemacht, wie meine Mutter das geplant hat und dann habe ich auch studiert weil ich die Idee hatte jetzt hasse Abitur, jetzt musst du auch studieren!
00:05:11: Das ist ja quasi die Fahrgarte dafür und habe mich eingeschrieben und da habe ich elf Jahre lang bis zum ersten Abschluss studiert.
00:05:21: Ich habe elf Jahre lang, so wie du ein bisschen rumgetingelt.
00:05:26: Also ich habe verschiedene Ausbildungen gemacht, so Coaching-Ausbildung... ...ich hab eine Moderationsausbildung gemacht, ich hab beim Radio gearbeitet.
00:05:34: Ich hab dann ja im Grunde auch noch eine Trainerausbildung gemacht,... ...habe als Dozentin an der Uni gearbeitet und immer gekellnet.
00:05:42: Ich habe super viele verschiedene Stationen einfach alles irgendwie mal gemacht!
00:05:47: Nur nicht so richtig den Weg zu Ende gehen.
00:05:50: Das wollte ich irgendwie nicht, also da haben wir vielleicht auch ein bisschen eine Parallele.
00:05:56: aber Ich bin immer hier vor Ort geblieben in Bielefeld.
00:05:59: Du bist ja quasi um die Ecke.
00:06:00: warst du da auch schon quasi um Die Ecke?
00:06:04: Ich hab um die ecke nie verlassen.
00:06:06: Ah siehst du ich ja auch nicht.
00:06:07: Also mein Hauptwohnsitz war immer hier.
00:06:10: Ja das ist auch sehr interessant.
00:06:13: Aber erzähl mal wie bist du jetzt vom Einzelhandel zur Post?
00:06:17: tatsächlich ganz banal.
00:06:19: Ich brauchte einen Job und da habe ich erstmal auf Halbtagsbasis angefangen, und hatte dann noch ein paar Nebenjobs für zusätzliches Geld.
00:06:30: Und inzwischen bin ich soweit, dass ich nur noch als Zusteller arbeite – also ohne Nebenjob.
00:06:38: Kannst du uns so ein bisschen mitnehmen was das bedeutet?
00:06:40: Also wir kennen ja alle die Zusteller, die uns die Briefe bringen!
00:06:44: Du bist auch mit dem Rad unterwegs
00:06:45: ne?!
00:06:46: Wahrscheinlich.
00:06:47: Inzwischen mehr mit dem Auto, aber als ich angefangen habe noch ganz klassisch mit dem Fahrrad.
00:06:51: Ja also mit diesem Fahrrad was dann immer die Stützräder ausfährt und dann steht es und dann kramst du so... Was ist das nächste?
00:06:59: Genau
00:07:00: sowas!
00:07:01: Und das ist ja auch sehr viel draußen.
00:07:03: frische Luft im Grunde bei Wind- und Wetter ne?
00:07:07: Ja, das hat vor und nach halt
00:07:10: Gibt es so Wetter Ereignisse, wo du nicht raus müsstest.
00:07:14: Wo es so quasi was ich nicht.
00:07:16: Kirill kommt und dann wird gesagt ganz
00:07:19: stark von der Situation.
00:07:21: Wir hatten dieses Jahr glaube ich dass wir wirklich wirklich glatteis hatten und selbst die Autos und die Fahrräder nicht voran kamen.
00:07:29: da liegt doch seinem eigenen Ermessen.
00:07:31: wenn wir sagen uns ist zu gefährlich dann dürfen wir drin bleiben müssen aber am nächsten Tag alles wegbringen was da ist
00:07:38: ja Okay, krass.
00:07:40: Dann bleibt es liegen.
00:07:41: Du hast die Geschichte
00:07:42: dazu?
00:07:43: Mein erster Donnerstag bei der Post war tatsächlich so ein ... als Kurill über Deutschland gefegt ist.
00:07:50: So!
00:07:51: Da war ich im Studium und das war das einzige Wetterereignis oder eigentlich überhaupt das einzige Ereignis, dass dieser alte Geschichteprof, den ich damals hatte, dass der jemals gesagt hat okay ihr dürft zu Hause bleiben, der Kurs findet nicht statt.
00:08:08: Sonst hat er egal, ob der den Kopf unter dem Arm hatte.
00:08:11: Ob es geschneit hat oder glatt war.
00:08:13: Es war völlig egal und wir mussten immer kommen.
00:08:16: Der Kurs hat immer stattgefunden.
00:08:17: Und das war Kirill da war dann so selbst.
00:08:20: er hat gesagt ja okay bleibt zu Hause.
00:08:25: Ist doch sehr ein außergewöhnliches Wettereignis definitiv.
00:08:30: Hast du geplant das länger zu machen?
00:08:32: Also du machst diese Briefträger diesen Job jetzt schon recht lange.
00:08:36: hast du damals gedacht dass das so sein würde?
00:08:40: Geplant war es nicht.
00:08:43: Denn eigentlich, leserlich braucht ihr ja nur einen Job für Geld und ich habe im Laufe der Jahre gelernt – das ist meins!
00:08:52: Das macht mir Spaß da bin ich draußen, hab Bewegung... Und inzwischen ist es soweit, dass ich tatsächlich, ja ich sag mal so ein acht Stunden Bürojob könnte ich gar nicht mehr.
00:09:06: Da fühlte ich mich kaputt gehen.
00:09:08: Wahrscheinlich würde ich so aufgehen wie ein Hefegogen.
00:09:12: Aber bei deiner Ausbildung und deine Arbeit im Einzelhandel, da müsstest du ja auch mehrere Sachen gehabt haben oder nicht?
00:09:20: Dann bist du mal Verkaufmal-Büro, mal diesmal das oder wie war es?
00:09:24: Nee, ich war im Lebensmittelhandel.
00:09:25: Das ist dann hauptsächlich auf der Verkaufenfläche.
00:09:30: Aber doch auch unterschiedliche Bereiche...
00:09:34: Ja schon!
00:09:35: und Jahre auffüllen.
00:09:36: Ich war halt im Lebensmittel-Discounterbereich.
00:09:40: Habe ich jetzt auch ein Bild vor Augen, stelle ich mir ganz persönlich nicht so super spannend vor.
00:09:46: Du ja dann wahrscheinlich eher auch nicht ...
00:09:48: Zwischenlich mehr?
00:09:49: Ja.
00:09:50: Aber es ist auch spannend!
00:09:52: Wenn du sagst okay diese Briefträger dieser Job war erst mal nur ein Job Und jetzt ist aber das was du wo du sagest Okay Das ist das Ding und dabei bleibe ich jetzt auf.
00:10:03: Ich habe dazu auch eine Geschichte.
00:10:05: Weil, also das wissen viele meiner Hörer glaube ich, dass sich beim Radio war.
00:10:09: Ich lasse das immer mal wieder fallen!
00:10:11: Der Grund dafür, dass ich es damals gemacht habe, war... ...ich habe in der Uni Mensa ein Flyer gesehen wo drauf stand Es gibt einen neuen Kurs In der Uni Wo das Campus-Radio eine... Ja, wo es im Grunde Punkte vergibt.
00:10:26: Also du studierst ein Semester lang Radio machen und lernst die Grundlagen Und dafür kriegst Du Punkte.
00:10:30: Und da habe ich gedacht, ah cool das ist so ein Praxiskurs vielleicht so ein bisschen Journalismus.
00:10:35: Das ist ja was, was du einfach mal mitnehmen kannst.
00:10:37: also ich wollte die Punkte!
00:10:38: So wie du sagst, ich wollte nur NUR das Geld... Ich wollte nur die Punkte.
00:10:43: und dann hab' ich festgestellt dass sich das richtig gut kann und die Leute im Sender haben auch festgestellt, dass ich das gut kann.
00:10:50: Und dann habe ich halt gedacht, okay cool.
00:10:52: Dann bewerbe ich mich jetzt auf die nächste freie Stelle und zack war ich Ressortleiterin.
00:10:56: also das war mein Start ins Radio und dann war ich über sechs Jahre dort.
00:11:02: Genau!
00:11:03: Auch da haben wir eine Parallele weil wir beide schon mal im Deutschland funk waren.
00:11:06: Da kommen vielleicht auch doch noch drauf.
00:11:09: Also Ich hab ja eben schon in der Anmoderation gesagt diesen Drang diese Abenteuerlust Ich hatte das persönlich wirklich nie.
00:11:19: Ich bin hier aus Bielefeld eigentlich nur für Urlaub rausgekommen, selbst studiert habe ich hier.
00:11:25: Ich war einfach immer vor Ort.
00:11:28: Du warst auch immer bei dir vor Ort?
00:11:31: Aber dann hast du beschlossen es reicht nicht!
00:11:34: Ich möchte doch auch die große weite Welt sehen.
00:11:38: Wo kam das her?
00:11:40: Ich würde sagen Es war eine Mischung aus Neugierde, Abenteunus und... Und Angst tatsächlich.
00:11:49: Also Angst, dass ich tatsächlich im Alter das stehe und denke, hetzt es mal gemacht?
00:11:55: Jetzt kannst du nicht mehr!
00:11:57: Das wollte ich halt sehr verhindern.
00:12:00: Also bereuen was nicht gemacht zu haben... Genau.
00:12:03: ...das ist ja auch etwas, was in vielen Büchern schon auch Thema ist so, dass man alte Leute fragt ne wenn du was ändern könntest was und das sind meistens eben die Dinge diese nicht gemacht haben, die da eben zu dem bräuen führen.
00:12:19: ich habe da auch einige sachen gemacht wo ich hätte dachte ach du scheiße das hättest vielleicht lassen sollen.
00:12:24: aber ich wollte mir auch dass ich wollte mich nicht vorwerfen dass ich es nicht versucht hatte.
00:12:29: also du hast beschlossen ich möchte nach afrika und zwar mit dem rath.
00:12:36: ja
00:12:37: das hat auf einen seite kostengründe eine fahrrad ist halt wesentlich günstiger als ein auto oder backpacking reise.
00:12:47: Und andererseits war es auch Abenteuerlust mit dem Fahrrad tatsächlich, denn am Fahrrad siehst du die Umgebung von den Menschen viel intensiver als dadurch ein geschlossenes Autofenster.
00:13:00: Gleichzeitig bis zu halb mit der halbfix anständigen Geschwindigkeit unterwegs zu Fuß brauchste halt ewig!
00:13:07: Ja, also wir können ja einmal kurz schon hier als Rahmen geben.
00:13:10: Du bist von Kapstadt nach Nairobi, also von Südafrika ganz im Süden, nach Kenia so im Osten eigentlich, über fünftausend Kilometer.
00:13:24: Mein Tachort hat irgendwann über fünf tausend angezeigt!
00:13:26: Ja, du bist vielleicht auch nicht Luftlinie gefahren.
00:13:30: Aber das ist schon ganz schön weit so und ich glaube zu Fuß ja da hättest du definitiv Strecken mit dem Auto machen müssen um in einer angemessenen Zeit durchzukommen.
00:13:43: wie hast du das geplant?
00:13:44: also Du hast einen Entschluss gefasst okay krass Ich will was.
00:13:47: was machen?
00:13:48: das große Abenteuer Und?
00:13:50: Du hattest das Glück dass dein Arbeitgeber gesagt hat jo wir unterstützen das Wir machen das möglich.
00:13:56: Und dann...
00:13:59: Wie geht man so eine Reise ran?
00:14:00: Tatsächlich habe ich dann erst mal geguckt, welche Länder würde ich gerne bereisen.
00:14:04: Wo fange ich an?
00:14:05: auch zwischendurch die Idee zu Hause anzufangen und dann runter nach Süden zu fahren.
00:14:09: Und dann habe ich halt geguckt was brauche ich für die Länder, was brauch ich an Ausrüstung, hab mir Bücher besorgt.
00:14:14: es gibt tatsächlich einen Fahrrad-Weltführer das in einzelne Länder aufgeführt.
00:14:20: und die Frage wie bereist man mit dem Fahrrad?
00:14:24: Damit habe ich mit beschäftigt, wie ist die Kultur im Land?
00:14:27: Was für Strecken komme auf mich zu.
00:14:29: Aber was für Pannen muss ich vorbereitet
00:14:30: sein?".
00:14:31: Ich würde jetzt im Nachhinein sagen, dass ich zu sehr vorbereitet war.
00:14:36: Ich hab nach zwei Wochen oder so ein vierzehn Kilopark in der Hause geschickt, weil ich ein paar Sachen einfach nicht gebraucht hab.
00:14:42: Okay, krass!
00:14:43: Ja...
00:14:44: Und ich hab auch unterwegs gemerkt, das man bei so einer langen Reise nicht die einzelnen Tage vorplanen kann.
00:14:51: Gib uns mal grad einen Rahmen, wie lange warst du unterwegs?
00:14:54: Acht Monate.
00:14:56: Nur in Afrika
00:14:56: acht Monate.
00:14:58: Und wenn, also wir sprechen jetzt über zwei Tausendundsechzehn richtig?
00:15:02: Ja.
00:15:05: Da bist du auf die Idee gekommen und hast das dann umgesetzt.
00:15:09: Also du beschließt durch Afrika wo ja ein ganz anderes Klima ist, wo du im Grunde auch gar nicht... Du kanntest auch niemanden, du bist fast alleine gereist?
00:15:21: Ich hatte einen Tag eine Mitfahrer den ich in Deutschland kennengelernt habe.
00:15:24: Das war der einzige Tag, in dem ich einen Unfall hatte.
00:15:27: Und dann ist er da gefahren.
00:15:29: Ja und danach hast du geschaut was unbedingt sein muss.
00:15:35: also ich kann mir... Du hast eben gesagt zu sicher oder zu viel Vorbereitung Ich kann mir vorstellen In der Situation kannte ich aber ich bin auch so eine Planerin.
00:15:45: Also ich glaube zuviel kann ich mir gar nicht vorstellen in dem Moment wenn ich so eine Reise machen würde.
00:15:52: In dem moment lernt man tatsächlich loszulassen zum Wissen, es gibt Punkte wo man die man nicht beeinflussen kann.
00:15:59: Man kann sich darauf vorbereiten zu überlegen was mache ich wenn das eintritt.
00:16:05: aber wirklich planen würde ich das nicht könnte man auch nicht.
00:16:11: also du bereitest dich vor auf klar du hast ein platten kannst reparieren aber einen rahmen bruch zum beispiel kannst du erst mal nicht reparieren.
00:16:20: dann hoffe ich dass jemand vorbeikommt mich mitnimmt und dann irgendwo im nächsten ort der rhein geschweißt werden kann.
00:16:27: Ja, nur wenn du... also ich weiß ja nicht genau wo du lange gefahren bist.
00:16:31: Aber wenn du gerade weit ab der Zivilisation und dann weiß ich nicht verletzt du dir den Fuß oder sowas?
00:16:40: Also ich habe alleine schon gedacht oh Gott!
00:16:43: Der muss doch für drei Wochen Mosaenarung untrinken und da ist es warm.
00:16:49: Oha, also du musst ja unendlich viel Gepäck dabei gehabt haben.
00:16:52: Ich glaube das Schwerste was ich da bei hatte waren sechzig Kilogramm inklusive Fahrrad.
00:16:58: Das war aber auch zwölf Liter Wasser die ich mit dabei hatte für zwei oder drei Tage.
00:17:05: Und Sache mit dem Unfall hatte ich tatsächlich... Da bin ich in Namibia der Wüste gestürzt und hat mir das Schlüsselbein gebrochen.
00:17:12: Da hatte ich aber ein Zwei-Sachen Glück!
00:17:15: Das war der Tag wo ich Mitfahrer hatte.
00:17:17: Der hat dann bisschen aufgepasst.
00:17:20: Fünf oder zehn Minuten später kam einheimischer mit seinem Geländewart vorbei und hat uns zurückgefahren.
00:17:26: Ansonsten hätte ich mich irgendwie wieder zurückschleppen müssen.
00:17:31: Und ja, vielleicht können wir noch mal zurück.
00:17:34: wie hast du überhaupt die Route festgelegt?
00:17:36: Also der Plan war klar wahrscheinlich.
00:17:39: also ich habe es eben gesagt, Kapstadt Nairobi aber dann da gibt's auch... Das ist ganz schön weit!
00:17:46: Da musst du durch verschiedene Länder durch.
00:17:50: Für mich war klar, irgendwann war klar dass ich in Kapstadt anfange weil es relativ westlich ist.
00:17:54: Da ist der Einstieg entspannter.
00:17:56: für mich als Europäer ist das halt schwierig jetzt nach Kairon zu fliegen und sofort in eine fernende Kultur geworfen zu werden.
00:18:03: Ich wollte auch Namibia sehen einfach weil's ne ehemalige deutsche Kolonie ist und ich einfach gucken wollte wie es da aussieht.
00:18:11: Und da als Ziel Nairobi geplant war, war der Rest der Route eigentlich klar Von daraus quer rüber bis nach Tanzania Und dann
00:18:21: hoch.
00:18:21: Genau, dann hoch
00:18:25: und die Straßen.
00:18:26: also wie kann ich mir das vorstellen?
00:18:27: Ich war... Also ich habe ja gesagt ich bin hier noch nie weggekommen auch Reisen übrigens ich bin noch nie außerhalb von Europa gewesen.
00:18:35: Wie stelle ich mir dass vor?
00:18:36: du kommst da an in Kapstadt und Dann hast Du Klar, du hast Karten gesehen.
00:18:43: Du hast Bilder gesehen oder vielleicht auch Filme gesehen?
00:18:45: Du hast YouTube-Videos gesehen und du hast irgendwie eine Idee davon.
00:18:48: Ich jetzt nicht!
00:18:49: Nimm uns doch mal mit nach Kapstadt.
00:18:52: Kapstadt kommt ein bisschen auf einen welcher Gegend du bist aber im Großen und Ganzen kannst du es mit einer europäischen oder mit einer spanischen Stadt vergleichen.
00:18:59: Du hasst relativ angenehmes Klima, du hasst gute Infrastruktur, hast wirklich schönen Hafen... Also ich habe immer gesagt, du kannst Kapstadt nehmen und es nach Europa packen.
00:19:10: Es wird keinen Unterschied machen.
00:19:12: Er hat man nur immer gesagt, haltet dich von den Townships fern.
00:19:15: Da wird's gefährlich.
00:19:16: Aber sonst waren die Städte relativ europäisch.
00:19:21: Auf dem Land war es dann so, dass du wirklich eine Straße hattest und danach links-rechts steppe und Wildnis.
00:19:27: also zwischen den Städten waren wirklich nur die Straße.
00:19:31: Und sonst nix praktisch.
00:19:34: Wildnis!
00:19:36: Vielleicht haste ich mal irgendwo einen Funkmast gesehen das sich Handy empfangen hatte.
00:19:43: Namibia noch extremer.
00:19:44: Da hatte ich teilweise zweihundert Kilometer zwischen den Städten und da wirklich Wüste.
00:19:50: Da gab es zwar immer mal wieder eine Siedlung, aber die waren wirklich klein!
00:19:55: Ich hatte ne Karte im Maßstab eins zu eins Komma vier Millionen.
00:20:01: Da war ein Orte eingezeichnet.
00:20:03: Die würden in Deutschland... Das wäre bei uns ne Raststätte.
00:20:07: Ja.
00:20:07: Die waren auf dieser Karte eingezeichnete um mal einen Gefühl für das Land zu kriegen.
00:20:13: Und dann hast du aber schon die Stationen vorgenommen und auch überlegt, woüber nachtest oder bist du mit Zelt gereist?
00:20:21: Wie hast du diese Reise?
00:20:23: In Südafrika?
00:20:24: am Anfang habe ich immer noch einen guten Morgens.
00:20:26: Wo fahre ich hin?
00:20:27: Aber dann spät ist es in Namibia, hab' ich gesagt, jetzt bleib's einfach hin, das Schöne!
00:20:34: Ja da habe ich nicht mehr geplant.
00:20:36: Also du hast einfach beschlossen okay dass is ne Tafleck hier baue ich mein Tage auf.
00:20:42: Bist du auch mal länger geblieben irgendwo?
00:20:45: Also
00:20:45: zum Ausruhen bestimmt, oder?
00:20:47: Ja.
00:20:48: Also zwangsweise in Windhoek also Namibia für sechs Wochen und dann das längste war überlegende Woche im Sambian der Hauptstadt Lusorke weil ich es nicht hingekriegt habe meinen Platten zu flicken, dass sie da irgendwann gemerkt hat was ein in dem reifen Mantel den Nadel steckte.
00:21:09: Da hab' ich aber eine Woche für Glück um den zu finden.
00:21:11: Und wie viele Schläuche hast du zerstochen?
00:21:14: Es geht eigentlich.
00:21:15: Drei, vier.
00:21:17: Erspeichen verbraucht!
00:21:21: Ich war noch eine Woche auf Sanzibar, ne kleine Insel vor Tansania und ich war noch sechs Wochen oder so in Nairobi.
00:21:34: Jetzt bist Du ja also größtenteils bis auf diese eine... Bist Du alleine gereist?
00:21:40: Das ist ja auch schon mal.
00:21:43: Ja, also ich kenne viele Leute die sagen Ich gehe alleine den Jakobsweg.
00:21:47: Den geht man aber trotzdem nicht allein.
00:21:49: So da ist immer irgendwie was los?
00:21:51: so?
00:21:52: ich schätze mal Da sind jetzt Nicht Ständig und Viele Radfahrer unterwegs Die da ihre Touren Machen.
00:21:59: Wie Alleine Ist Da Allein in Afrika auf dem Fahrrad
00:22:03: Kommt drauf an.
00:22:04: Also Ich habe Immer Ich war vielen Hauptstraß Unterwegs und habe immer andere leute getroffen immer Einheimische.
00:22:13: Spannender wurde es tatsächlich, wenn ich neben Straßen gefahren bin.
00:22:15: Da kannst du auch mal vorkommen, dass ich fünf, sechs Stunden keinen anderen Menschen gesehen habe.
00:22:20: Fand dich auch mal interessant.
00:22:23: Also, wenn der gerne alleine ist ... Ist das auch mal schön da wirklich komplett Ruhe zu haben?
00:22:30: Das passt ja auch zu deinem ... naturell sagen wir so.
00:22:35: Dass du nicht so einer bist, der ständig ... Wusel um sich rumhaben muss.
00:22:40: Okay.
00:22:43: Wie sind denn die Menschen?
00:22:45: Die wissen ja... Die wissen ja auch nicht, dass du kommst und vielleicht weiß ich nicht was brauchst oder mitgenommen werden willst.
00:22:52: Oder den Schlüsselbein brucherst.
00:22:55: Also wie reagieren die denn?
00:22:56: Was machen sie?
00:22:57: Ein größtenteils sind diese Leute tatsächlich sehr hilfsbereit gewesen wenn ich Probleme hatte Und das reichte von.
00:23:07: hey haste brauchst ein bisschen Wasser bis hinzu können wir dich mitnehmen.
00:23:11: Das kommt ist ganz unterschiedlich weil ich hab dir Erfahrung gemacht Je ärmer ein Land ist, desto netter sind die Menschen.
00:23:19: Ich würde fast sagen das ist hier auch so.
00:23:24: Also nicht je ärmer das land sondern je ärmder mensch.
00:23:28: aber dass es vielleicht auch wieder Vielleicht ein philosophischer gedanke können wir später wenn noch zeit ist.
00:23:36: Aber ja ich glaube auch dass die leute die wenig haben sehr viel bereit sind zu geben.
00:23:41: Ja interessant Wie war das denn, hast du also Wasser zum Beispiel?
00:23:46: Du sagst, du hast zwölf Liter dabei.
00:23:49: Gab's irgendwo einen Moment wo du dachtest Mist es geht mir aus oder ich habe eine Fehlplanung gehabt oder war irgendwann mal?
00:23:55: was oh Scheiße!
00:23:57: Ich hab hier ein Problem.
00:23:59: Ja da hatte ich auch in Namibia Da habe ich mich mit dem Wasser verrechnet und hat einfach zu wenig dabei.
00:24:06: aber da kamen ein paar Touristen vorbei und haben wir halt Wasser angeboten.
00:24:11: Da habe ich einfach gefragt, ob ich vielleicht so ein Fünf-Litter-Kalista haben könnte.
00:24:15: Die es da im Supermarkt zu kaufen gibt und dann hat er mir den einfach gegeben.
00:24:22: Also du bist ja schon dann aber in der Situation wo du in gewisser Weise auch abhängig bist?
00:24:28: Und das war dir bewusst von Anfang an als du die Reise geplant hast?
00:24:32: Ja!
00:24:33: Ich kann ja jetzt nicht für die ganze Reise Essen mitnehmen.
00:24:37: Ich muss ja unterwegs gucken, wo ich was hätte.
00:24:40: Wenn ich jetzt ganzen Tag unterwegs bin, dann muss ich auch immer gucken... Wo krieg ich Essen her, wo kriege ich Wasser her?
00:24:44: Das muss man halt ein bisschen vorplanen.
00:24:46: Das kann man aber immer nur vor Ort
00:24:47: gucken.".
00:24:50: Gibt es eine Begegnung oder einen Ereignis oder sowas was dir besonders in der Erinnerung geblieben ist, wo du sagst okay das wenn ich an Afrika denke dann ist das auf jeden Fall ... Was woran nicht denke?
00:25:04: Da gibt's eine Situation, dass es nicht immer eine menschliche Begehnung.
00:25:09: da war ich in einer Wüste, in einer Lodge.
00:25:13: die hatte praktisch in drinnen ein Haupthaus für einen Restaurant und ein bisschen abseits davon Gästezimmer.
00:25:21: Und ich habe dem Gästezimmer übernachtet, gehe dann morgens um sieben zur Lodge.
00:25:24: die hatten vorne eine Rasenfläche und da sehe ich ungefähr zwanzig Meter von mir entfernte große Antilope mit zwei großen, einem meter langen spitzen Hörner aufm Kopf.
00:25:38: Ich hab das Foto nicht gemacht weil ich zu langsam war aber wir haben uns glaube ich ein, zwei Sekunden angeguckt Und das war so eine Situation, die werde ich wahrscheinlich nie wieder vergessen.
00:25:50: Wo ich jetzt auch wieder nur Tief-Dokumentationen vor Augen habe oder irgendwelche Safaris wo die Leute im Nationalpark sind und dadurch fahren mit diesen großen Autos auch.
00:26:04: aber so Auge in Auge?
00:26:06: Ja!
00:26:07: Ist auch sehr schwer wiederzugeben.
00:26:10: Kannst du eine andere Situation, wenn du möchtest?
00:26:13: Ich liebe diese kleinen Geschichten.
00:26:16: In Südafrika war das, da bin ich neben Straßen gefahren und da hatte ich erst noch die Angewohnheit immer einen Hörbuch um Ort zu haben.
00:26:23: Weil es auch alles noch ungewohnt war, braucht ihr ein bisschen ablenken mit dem Kopf?
00:26:27: Und irgendwann bin ich stehen geblieben... ...und hab mal die Kopferer abgenommen!
00:26:32: Ich habe genau nichts gehört.
00:26:36: Es war wirklich komplett still.
00:26:40: Keine Insekten oder Vögel oder irgendwas nichts
00:26:44: Null.
00:26:44: ein bisschen Rauschen vom Wind, okay?
00:26:47: Aber sonst nichts.
00:26:50: Bisschen grusellig oder?
00:26:52: Ein bisschen!
00:26:53: Ich habe hinterher gesagt, wäre ich religiös gewesen, wär das eine Begegnung mit Gott oder so gewesen.
00:27:00: Ich weiß nicht ob du die Folge gehört hast aber ich habe auch eine Podcast-Folge mit der Eva Scheller gemacht über Die Verbindung zu Stille und Stille aber eben nicht als das Fehlen von Akustik, sondern auch als mentalen Zustand.
00:27:18: Vielleicht kriegen wir hier so ein Dreh auch noch weil ich glaube dass es wirklich zusammenhängt diese Stille die wir vielleicht aus uns selber herstellen.
00:27:25: aber wenn es im Außen ist es vielleicht noch einfach.
00:27:28: also hat dich das zurückgeworfen quasi auf dich?
00:27:32: Also was ist denn eigentlich noch da wenn außen gerade nichts ist?
00:27:36: Ja genau so.
00:27:37: ja das trifft perfekt!
00:27:39: Danke!
00:27:39: Ich selbst zurück geworfen.
00:27:41: Ein alter Freund hat das mal bezeichnet als sich an der Klarheit der eigenen Gedanken berauschen.
00:27:49: Das ist ein sehr schönes Bild, wobei ich glaube dass es für viele super bedrohlich ist auch weil die eigenen Gedanken wirklich... zuzuhören, ist auch erstmal so ein uu.
00:28:00: Was is da alles noch?
00:28:01: Wenn ich hier jetzt erst anfange weil wir ja viel tun du sagst es ja selber ne?
00:28:05: Du hast Podcast oder Musik oder weiß ich nicht was auf dem Ohr um dich auch irgendwie abzulenken oder damit schon mal was da ist genau und dann auf einmal zu hören die eigenen Gedanken die eigenen Geschichten die eigenen Ideen vielleicht auch.
00:28:20: Ist da etwas hochgekommen wo du gedacht hast Okay krass kriege ich das hier weiter hin, weil du hattest noch ganz schön viel Strecke vor dir oder?
00:28:32: Es
00:28:32: gab an der einen oder anderen Gedanke bei dem ich gedacht habe okay Tut jetzt ein bisschen weh Aber dann groß.
00:28:40: Ich hatte es praktisch so großen übergedanken nenn ich's mal Denn mir gesagt hat ok wenn du dein Leben jetzt nicht anders gelebt hättest Dann wässt ihr jetzt nicht hier Möglicherweise nicht hier.
00:28:52: worum ist eigentlich richtig?
00:28:54: und da die reise als Ja, so ein Lebenstraum war.
00:29:00: War auch mein Gedanke... Wenn ich anders gelebt hätte, hätte ich mir diesen Traum vielleicht nicht erfüllen können.
00:29:06: Wahrscheinlich ja.
00:29:08: Und wäre es im Einzelhandel geblieben?
00:29:10: Vielleicht auch nicht Weiß man nicht
00:29:13: Sehr wahrscheinlich.
00:29:14: Da muss sich wieder einen Rückschluss ziehen zu meinem Job als Zugesteller.
00:29:18: da habe ich halt die Liebe zum Fahrradfahren entdeckt und auch die Kondition dafür aufgebaut.
00:29:24: Richtig, das ist ja auch noch so ein Punkt.
00:29:26: Also wie weit kommt man?
00:29:29: und auch in dem unbekannten, unüblichen... Ungewohnt, ungewohnte Klima.
00:29:37: Das muss man ja erst mal wahrscheinlich ausprobieren.
00:29:39: Das ist nicht hier einmal durch Teutoradeln.
00:29:46: Diese Teute vielleicht sogar schwieriger, weil er mehr Steigungen hört?
00:29:50: Stimmt.
00:29:51: Obwohl, da wird es auch irgendwo Berge geben richtig?
00:29:54: Ja natürlich!
00:29:54: Ich bin in Tanzania von der Küste bis zum Kilimanjaro gefahren.
00:29:58: Also vom Meeresspiegel bis hoch zum Höchstenberg.
00:30:01: Afrika ist das war schon sehr hart.
00:30:05: Wenn wir jetzt nochmal gucken auf die Ruhe und auf das hattest du so eine Art Moment wo du gedacht hast Okay, ich möchte nicht mehr.
00:30:16: Oder Scheiße was mache ich hier eigentlich?
00:30:20: Ich möchte umkehren oder sowas.
00:30:21: hattest du einmal oder mehrfach vielleicht so einen Moment Zweifel in der ganzen Nummer?
00:30:27: Nein tatsächlich gar nicht.
00:30:30: So zweifeln an der Tour hatte ich nie oder so.
00:30:32: das der Gedanke jetzt nach Hause fahren hatte auch nicht.
00:30:36: und bei der Verletzung hast Du auch nicht gedacht okay verkürztes oder ich muss es irgendwie an Passen oder ich krieg es nicht hin?
00:30:45: Also, das ist ja interessant.
00:30:46: Das ist ein Wahnsinnsprojekt!
00:30:50: Nee auch bei der Verletzung hatte ich da... Ne gar nicht.
00:30:54: Ich habe kurz überlegt fliegste nach Hause aber dann dachte ich okay Dann fliegst du nach Hause und haltest Schlüsselbein Und dann bist du wieder zuhause.
00:31:03: Hast du immer noch diesen unbezahnten Urlaub vom Arbeitgeber?
00:31:07: Fliege ich denn wieder zurück nach weiter?
00:31:10: Kann ich gleich in der Miebeer bleiben?
00:31:13: Ist vielleicht.
00:31:14: Also kannst du so einen Zusammenhang ziehen zwischen diesem.
00:31:19: also ich hatte, du hattest ja nicht den Plan.
00:31:22: Für dein Leben und du hättest nicht dieses.
00:31:24: So muss es sein?
00:31:26: Und für die Reise gab es zwar ein plan aber es gab auch ganz viel.
00:31:32: Ich guck einfach mal.
00:31:33: also so klingt das jetzt für mich.
00:31:35: also ne Du hast ein zelt und du lernst irgendwie dich selber kennen.
00:31:39: oder dass was du schaffst oder wie du fährst oder auch vielleicht auch wo du gut fahren kannst, wo du weniger schaffst und passt dich an.
00:31:50: Ist das was, was du sagst?
00:31:52: Vielleicht ist es auch etwas, was zu dem ungraden Lebensweg dazu passt oder was du vielleicht als Fähigkeit geübt hast ... Oder ist er an den Haaren herbeigezogen?
00:32:01: kann auch sein.
00:32:02: Ich glaube, dass hast du sehr gut zusammengefasst!
00:32:05: Wir haben im Lebensweg war's halt immer so okay... Was kann ich draus
00:32:13: machen?!
00:32:14: Und dann einfach mal gucken Mal gucken, was passiert praktisch.
00:32:19: Und wenn wir jetzt an so einem Punkt sind ich mach mal einfach das ist für viele auch bedrohlich.
00:32:25: übrigens.
00:32:25: also ich weiß nicht wie du da im Gespräch bist aber viele viele Menschen haben dieses Sicherheitsbedürfnis dass das das erste ist.
00:32:32: und eben ganz am Anfang als von der Reise anfingst zu erzählen habe ich ja auch gesagt ich hätte auch den Impuls muss alles planen ich muss alles ganz genau haben ich muss jede Eventualität checken.
00:32:43: Wie bist Du mit?
00:32:44: Oder du hast es vielleicht nicht so ausgeprägt, diese Sicherheitsbedürfnis.
00:32:49: Aber es muss Situationen gegeben haben wo du gedacht hast hoch ich bin hier ganz alleine
00:32:54: und
00:32:55: wo kriegst du die Sicherheit her?
00:32:56: Ich habe sie mir gesagt wenn
00:32:59: ich... Wie sagen wir mal so die einzige Sicherheit die ich für mich in meinem Leben brauche ist tatsächlich die finanzielle Sicherheit.
00:33:07: Das ist mir wichtig.
00:33:08: also jetzt Job kündigen und dann irgendwas selbstständig machen das könnte ich überhaupt nicht.
00:33:14: Ansonsten auch in Afrika war ich, wusste ich halt okay wenn irgendwas passiert dann improvisiere ich.
00:33:19: Darauf vertraue ich denn das weiß ich, dass kann nicht.
00:33:24: und auch finanziell gab es einmal Probleme.
00:33:26: da habe ich meine Eltern Hilfe gefragt die mir Geld leihen können.
00:33:33: aber ansonsten hatte ich nie irgendwie keine Zweifel.
00:33:38: Ich wusste halt genau im Zweifeln wird improvisiert das kriege ich schon irgendwie hin.
00:33:43: Und was würdest du sagen war jetzt im Rückblick?
00:33:45: Die größte Herausforderung also wenn es war und Sicherheit überwinden.
00:33:52: Was würdest du sagen, was war da das größte krasseste Ding?
00:33:57: Was du geschafft hast oder wo du sagst okay, da hab ich mich vielleicht auch verändert dadurch.
00:34:02: Das Schwierigste tatsächlich war vorher den Mut zu fassen ist alles zu machen.
00:34:07: Den Mut zu Fassen und tatsächlich so sagen Ich mach' das jetzt!
00:34:10: Ich zieh das durch.
00:34:12: Denn als dann die Bestätigung von meinem Arbeitgeber kamen, dass sie mich freistellen für die Zeit war das erste Gefühl tatsächlich einfach Angst.
00:34:23: Denn in dem Moment wurde es real, da vorher war es immer nur so theoretische Planung und als es dann real wurde, stand ich da, habe glaube ich sogar ein bisschen gezittert, als ich den Brief in der Hand hatte und wusste jetzt ziehst du das durch!
00:34:35: Jetzt machst du das wirklich?
00:34:38: Das war ein bisschen ja fast schon unwirklich.
00:34:41: Ich glaube
00:34:44: dir sofort... Vor allem auch über diese lange Distanz.
00:34:48: Wenn du sagst, vier Wochen oder so ... Ja, Geschenk aber ... Du
00:34:53: bist dann wieder zu Hause?
00:34:55: Genau.
00:34:56: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich wusste zwischendurch nicht, ob ich nach Hause komme oder einfach da bleibe und verändere mich in der Hinsicht, dass ich selbst auch innerlich ruhiger geworden bin und gemerkt habe mit wie wenig Dinge eigentlich auskommen, wie wenig ich brauche.
00:35:18: Ich meine, ich habe in der Zeit meinen kompletten... Alles was ich dabei hatte, in sechs Fahrradtaschen gepackt.
00:35:23: Und da war noch eine Küche bei, da war ein Werkzeug dabei, da waren komplette Camping-Ausrüstung dabei.
00:35:30: Und hat dir irgendwas gefehlt?
00:35:31: Nein!
00:35:33: Das ist irre und das kam jetzt schnell.
00:35:35: also ich hab hier... Ich schneide da nix.
00:35:39: Das kam schnell, dass?
00:35:40: nein.
00:35:40: Mir hat tatsächlich auf materieller Ebene nichts gefehlte.
00:35:46: Und diese Abenteuer Lust ist sie dadurch quasi befriedigt worden?
00:35:52: oder hast du jetzt das Gefühl eigentlich muss ich wieder los.
00:35:58: Kurzzeitig war sie befriedigt, dass Sie gesagt haben okay jetzt vielleicht erst mal aber jetzt langsam kommt es doch wieder.
00:36:06: Ist ja auch schon zehn Jahre her ne?
00:36:09: Im
00:36:10: Radreisen hat man gesagt das Reisevirus kann man nur verlangsamen indem man reist aber es wird nie ganz verschwinden.
00:36:20: Also, ich fasse noch mal kurz zusammen.
00:36:23: Du hast dieses ... Ich krieg's schon irgendwie hin?
00:36:27: Vielleicht durch den ungraden Lebensweg vielleicht aber auch einfach so?
00:36:33: Übrigens was, was ich auch habe.
00:36:35: Also ich hab auch wenig Bedürfnis nach Sicherheit.
00:36:40: Aber eben bei deiner Erzählung kam es mir hoch, ich dachte, oh Gott!
00:36:44: Aber sonst hab' ich das auch.
00:36:47: Also ich kann auch mit sehr wenig Geld und sehr wenig Möglichkeiten einfach ganz so vor mich hinleben.
00:36:56: Das ist spannend.
00:36:56: also auch diese Idee, wenn jetzt meine Selbstständigkeit floppt zum Beispiel, ich hatte da auch keine Angst oder sowas war ich das ja dann mache ich halt irgendwas anderes.
00:37:05: mir wurscht und wenn ich wieder Klos putze habe ich auch schon gemacht.
00:37:10: Ja das sind ja auch so Sachen wo du merkst klar so jemand der vielleicht schon von Anfang an Sein Leben geplant hat der keine Nebenjobs machen muss vielleicht auch, der keine Umwege auch geht weil er was ganz klar festgelegt ist.
00:37:27: Da machst du keine Experimente.
00:37:30: zum Beispiel also ne als ich in der Disco gearbeitet habe da haben wir eben hinterher geputzt und da gab es eben auch mal die Klos zu putzen in der disko so das ist keine schöne Sache aber es ist okay.
00:37:40: also du merkst im Zweifel mache ich halt auch sowas Ich kann mich da anpassen.
00:37:47: und spannend eben auch, dass du sagst, du kannst gut für dich sein.
00:37:52: Ich glaube das ist auch eine große Stärke für solche Lebenswege, ne?
00:37:58: Dass du sagste, da brauche ich eigentlich auch nicht so viel sondern ich kann auch mit mir selbst gut sein.
00:38:07: Gab es sowas wie langeweile?
00:38:11: Ja anfänglich!
00:38:13: Anfänglich war ich die Einsamkeit noch nicht gewöhnt, dieses Alleinsein.
00:38:18: Und wenn du dann auch in einem Hostel immer unter Menschen bist und dann einfach losfährst oder alleine bist, ist das erst mal schon mal hart.
00:38:30: Vorher hast du immer jemanden gehabt mit dem dich austauschen konntest und dann plötzlich von innerhalb von fünf bis zehn Minuten alle weg.
00:38:38: Dann bist du wieder allein!
00:38:39: Das...die Umstellung...die war auch jedes Mal schwer.
00:38:45: Jedes Mal Einsamkeitskater, dass du dann wirklich erst mal bis zum Halbentag einsamt fühlst und dich wieder uns allein sein gewöhnen musst.
00:38:57: Wie lange war das so maximal dieses ...
00:39:03: einen Tag ungefähr?
00:39:07: Es ist nicht wie bei Into the Wild wirklich völlig ... Hast du den Film gesehen?
00:39:13: Ehrlich gesagt nicht!
00:39:14: Nein ich weiß gar nicht wo der genau ist in der kanadischen Wildnis.
00:39:18: glaube Er ist ein junger Mensch, der da seinen Abenteuer sucht und es endet auch nicht gut.
00:39:25: Also gut, dass du wieder da bist.
00:39:28: Aber das ist glaube ich auch... Da ist natürlich auch Thema wie kommt er überhaupt klar?
00:39:34: Nur mit sich und der Natur quasi also schon was wir auch überhaupt nicht gewohnt sind so.
00:39:44: Deine Erlebnisse hast Du in einem Blog festgehalten.
00:39:51: Das müssen wir auch noch hier fallen lassen und ich packe das auf jeden Fall in die Show-Notes, pedalumdrehungen.de.
00:39:59: Da sind auch ziemlich viele deiner Etappen nochmal nach... Auch zweisprachig glaube ich?
00:40:06: Ja, die Afrikatur ist zweisparig.
00:40:08: Genau.
00:40:09: Dieses Jahr nochmal, ne letztes Jahr für ungefähr zwei Monate mit einem kleinen Camper unterwegs.
00:40:16: Sind dir beim Schreiben nochmal Eindrücke gekommen, die du dann noch mal neu bewertet hast.
00:40:21: Weil ich merke es manchmal wenn ich schreibe über irgendwas dass mir dann nochmal Ideen kommen wo ich denke war so hast du das doch gar nicht gesehen.
00:40:28: oder jetzt habe Ich noch einmal eine andere Idee darauf wie ich es in Worte fasse oder wie ich Es erzählen kann oder was auch.
00:40:35: welche Stücke ich erzählen möchte von der Geschichte ist Jetzt nur so ein privater.
00:40:39: Also du hast chronologisch erzählt und es war auch klar, was jetzt okay.
00:40:46: Das ist auch
00:40:47: spannend.
00:40:48: Wenn block von Anfang bis Ende liest dann merkst Du eine Veränderung in meinem Schreibstil?
00:40:53: Ich habe zwischendurch überlegt, ob ich das einmal überarbeite.
00:40:56: Auf gar keinen Fall
00:40:57: Nein auf gar kein fall.
00:40:58: denn daran sieht man meine auch meine mentale Entwicklung.
00:41:03: Anfänglich hab ich jedes einzelne kleine Ereignis mit reingeschrieben irgendwann nur noch die wichtigen und dann gesagt Die beschreibe ich genauer.
00:41:16: Jetzt waren wir eben schon bei der Abenteuer Lust und ich war bei den vielen Möglichkeiten, die ja meine Mutter auch mir angedacht hatte als sie sagte Anna du musst Abitur machen.
00:41:25: Anna du muss Abiturt machen und dann war klar ich muss auch studieren Du hast auch noch Abiturn gemacht Und ich glaube das müssen wir auch noch kurz erwähnen.
00:41:34: also dieser ungrade Lebensweg nimmt vielleicht noch weitere Kurven.
00:41:38: Wir wissen es nicht genau.
00:41:40: Was war der Impuls?
00:41:42: Also, zwei Tausend Achtzehn kam irgendwie ein Impuls.
00:41:47: Ich mach's noch!
00:41:49: Ausschlaggebend dafür war mein damaliger bester Freund der gesagt hat im Prinzip hat er gesagt du bist schlau genug macht das mal.
00:41:57: und ich habe dann gesagt ja gut okay warum eigentlich nicht?
00:42:00: Richtig!
00:42:02: Warum eigentlich
00:42:03: nicht?!
00:42:03: Und hab' ich mich an einer Fernschule eingeschrieben und hab' dann als Abitur von Thomas aus gemacht bei uns im Gymnasium machen können.
00:42:14: Das hätte mich nichts gekostet, aber das wäre erstens Montag bis Freitag noch mal fünf Stunden nach Arbeit und fast jeden Samstag.
00:42:24: Den Samstag kriege ich halt von der Arbeit nicht hin.
00:42:27: Und dann kamen zwanzig-zwanzig Corona, da wär das wahrscheinlich sowieso geschlossen gewesen.
00:42:32: Da war es ganz gut dass sie's von zu Hause gemacht haben.
00:42:36: Also auch da wieder eher so eine... Ich guck mal als ich muss jetzt machen weil Folgende Pläne, ich will noch studieren.
00:42:44: Ich weiß nicht was.
00:42:46: Das weiß ich nicht mal!
00:42:50: Für mich fühlt es sich erst einmal richtig an das Abitur fertig zu haben.
00:42:57: Es ist auch wieder... Also ich hab's ja gemacht.
00:43:01: Das war ja mein gerade Weg und dann denke ich wieder naja gut aber das Kind dass ich bekommen habe Da gab es keinen Plan und das ist, glaub ich sowieso.
00:43:11: Elternschaft kann man nicht planen, glaube ich.
00:43:13: Egal wie gut man da vorbereitet ist, es geht nicht.
00:43:16: Das hab' ich auch schon gehört!
00:43:18: Und die Selbstständigkeit?
00:43:20: Die hast du ja auch eben ins Feld geführt.
00:43:21: Du hast gesagt, du könntest das nicht oder es wäre vielleicht so was wo du Manchetten hättest... Das war bei mir auch so.
00:43:29: ein Bekannter kam und sagt hier, du brauchst Kohle, du hast keine Zeit.
00:43:35: Du kannst aber doch schreiben.
00:43:37: Und ich dachte, ja.
00:43:39: Ich kann ja schreiben!
00:43:41: So dann klar machst du die selbstständig.
00:43:44: und ich habe auch gedacht was muss ich jetzt machen dafür?
00:43:47: Ich muss ein Gewerbe anmelden also einmal dahin... ...und dann kann ich einfach gucken was passiert.
00:43:54: Und ich hatte immer den wie bei dir eigentlich so den Impuls wenn es nicht klappt melde ich Gewerben wieder ab mache etwas anderes.
00:44:04: Aber spannend doch zu sagen Ich hab jetzt was gefunden, also bei dir.
00:44:10: Das macht mir Spaß und ich bin Zusteller oder ähm ... Was ist denn?
00:44:15: Ja, Zusteller ist der richtige Wunder.
00:44:18: Und das ist auch das, was ich machen will.
00:44:20: aber... ich guck mal vielleicht ist da noch etwas anderes wo ich dann weder drauf gestupst werde.
00:44:27: Wenn du jetzt eine neue Radreise planen würdest wäre das auch so eine Art, ich gucke mal wo es mich hinstupst.
00:44:36: Also ich meine Es gibt ja auch Überlegungen, wahrscheinlich wie USA ist gerade nicht so attraktiv.
00:44:43: Wahrscheinlich... Was könnte es werden?
00:44:47: Europa oder Deutschland mit dem Rad?
00:44:49: Oder... Also das ist auch Europa!
00:44:51: Oder Asien, was weiß ich?
00:44:53: Wohin würdest du gucken?
00:44:54: Oder vielleicht guckst du?
00:44:56: Ich
00:44:56: würde mir hauptsächlich gucken, was mich landschaftlich und kulturell interessiert.
00:45:00: Ich hatte zum Beispiel mal die Idee, die Seidenstraße langzufahren.
00:45:05: oder einfach mit dem Fahrrad von hier aus bis nach Singapur.
00:45:11: Das ist so eine Idee bisher und wie die Strecke dann im Endeffekt langfühlen würde, müsste ich unterwegs gucken.
00:45:16: da gibt es ja auch immer wieder politische und gesellschaftliche Entwicklungen.
00:45:21: mal gibt's kein Visum, mal mögen mich einheimisch nicht unser Wort.
00:45:26: Da müsste man dann vor Ort gucken.
00:45:29: das ist ja auch was was man vorab.
00:45:34: Manche Sachen kannst du kannst du planen und andere dann wiederum gar nicht.
00:45:39: Also auch da haben wir wieder dieses.
00:45:41: ich habe irgendwie die Idee, ich kriege das hin egal vor welchen vor welche Probleme ich dargestellt werde.
00:45:48: Und im Zweifel kann ich mir Unterstützung suchen.
00:45:50: auch dass hast Du ja eben gesagt ne?
00:45:52: Ich kann um Hilfe fragen oder ich kann vielleicht auch... Wenn es Geldprobleme gibt, das habe ich auch schon gemacht.
00:46:01: Übrigens meine Mutter um Geld gebeten.
00:46:05: Das ist vielleicht auch noch so eine Spezialfähigkeit die man lernt.
00:46:08: wenn man das nicht so gerade... Also das ist ja auch kein immer steigender Weg bei uns dann der eventuell nicht nur schlingend ist sondern auch die Karriereleiter klar irgendwie und dann eben auch wieder zu lernen.
00:46:24: Ich kann aber eben auch mir Unterstützung suchen, ich kann mit unvorhergesehenen Situationen umgehen – ich habe das gelernt!
00:46:32: Also vielleicht können wir da nochmal Verbindung finden in den ungraten Lebenswegen und eben auch Verbindung zu den eigenen Fähigkeiten.
00:46:42: Gibt es was, wo du sagst?
00:46:43: Da habe ich mich extrem weiterentwickelt in einem Bereich so persönlichkeits- entwicklungsmäßig.
00:46:48: Also ja mit der Einsamkeit umgehen hast du gesagt.
00:46:52: Mit dir selber vielleicht besser umgehen.
00:46:54: gab's da noch etwas?
00:46:56: Es fällt mir leichter auf fremde Menschen zu gehen.
00:47:00: Es kommt immer ein bisschen auf den Kontext an aber im Großen und Ganzen hab' ich auch kein Problem damit jetzt irgendwo verstraßt nach dem Weg zu fragen.
00:47:09: Ja
00:47:09: zum Beispiel
00:47:11: oder nicht
00:47:13: beim Einkaufen jemanden an Verkäufer anzusprechen, da haben ja manche Menschen Schwierigkeiten mit.
00:47:17: Ich gar nicht.
00:47:19: Ich gehe dann hin grüßfreundlich und frage
00:47:20: einfach überhaupt freundlich?
00:47:24: das ist ja glaube ich auch noch mal ein großer Schlüssel selbst wenn es eine Sprachbarriere gibt.
00:47:30: oder vielleicht weiß ich nicht betannt und Fuß
00:47:38: freundliches Auftreten und Lächeln macht schon ganz viel aus.
00:47:43: Ja, das glaube ich auch.
00:47:45: Vielleicht können wir da auch noch Verbindungen reingeben?
00:47:48: Ich glaube dass Hüftlichkeit und Freundlichkeit gerade dann wenn man selber mal der Fremde ist vielleicht auch nochmal so als Zeichen in einer Welt die ja manchmal nicht so ganz freundlich es auch zu fremden oder zu Menschen dir auffallen in einem Land oder einen bestimmten Kontext.
00:48:09: Vielleicht können wir da auch noch mal plädieren für Verbindung, Hüftlichkeit, Respekt, Freundlichkeit ... Da kann ich nur unterstützen.
00:48:17: Das sehe ich übrigens auch wenn ich mit meinem Junior unterwegs bin und der grüßt immer die Leute hier.
00:48:24: Und Bielefeld ist ja keine riesengroße Großstadt aber doch schon eine Großstadt.
00:48:29: also die Menschen sind teilweise irritiert, wenn er freundlich grüsst.
00:48:33: es ist kein Dorf Und er macht es einfach weiter.
00:48:39: Er grüßt immer, schönen guten Abend!
00:48:41: Hallo, die Stars und manchmal kommt was zurück... ...und dann freut der sich total.
00:48:46: Also ich glaube da können wir nur gewinnen wenn wir das machen.
00:48:52: Gibt es noch etwas wo du sagst?
00:48:53: Das ist so ein Learning.
00:48:55: Das möchte ich hier noch mit in die Welt geben an meine Community.
00:49:00: Wo was ich vergessen habe hab ich was vergessen.
00:49:04: Es gibt tatsächlich einen Punkt.
00:49:06: Ich weiß nicht, ob das auf den Meter eben geht.
00:49:10: Aber es ist einfach dieses kümmert euch um die Dinge Wenn was anfällt kümmert euch.
00:49:16: möglich drum Schönes Beispiel von mir war ich im Platten Und ich wusste genau wenn ich diesen Platten jetzt nicht pflicke dann komme ich nicht weiter.
00:49:26: Auch wenn ich in dem Moment überhaupt keine Lust drauf hatte musste ich mich ja darum kümmern.
00:49:29: an der Seite Die schieben ging nicht.
00:49:32: Das ist ein Punkt den würde ich jedem mitgeben.
00:49:36: Schiebt möglichst wenig auf Kümmer doch die Dinge so weit wie ihr könnt.
00:49:40: Manchmal ist es einfach nur, weiß nicht, eine E-Mail schreiben und dann auf Antwort warten.
00:49:44: Aber da hast du getan was du konntest
00:49:46: Und kannst dir nix vorwerfen wieder?
00:49:48: Genau!
00:49:48: Es ist aus dem Kopf raus.
00:49:51: Ich weiß nicht ob das bei anderen auch so ist.
00:49:52: Bei mir ist es so wenn ich etwas machen muss Dann läuft auch solange in meinem Kopf rum bis ich es erledigt habe.
00:49:59: Das ist ein bisschen blöd wenn ich da nichts machen kann Okay.
00:50:02: aber Wenn ich es dann erledigte habe, dann weiß ich Es ist von der To Do Liste gestrichen und dann ist gut
00:50:09: Und ich setze noch einen drauf.
00:50:11: Ich sage, das ist auch etwas was man üben kann genauso wie auf Menschen zugehen und genauso wie vielleicht auch flexible bleiben in unsicheren Situationen oder eben auf diese Sicherheitsbedürfnis nicht ganz so draufzuschauen.
00:50:25: Ich glaube auch dass es was man wirklich lernen kann Dinge erledigen und da auch dieses Gefühl mitzunehmen ja habe ich jetzt Ist gut War gar nicht schlimm, also das ist ja das was eigentlich.
00:50:36: Es ist nervig es ist vielleicht schlimmer es ist unangenehm Das ist ja dass was die Überwindung kostet.
00:50:42: und deswegen Ja danke ich muss mir das auch immer wieder hinter die Ohren schreiben Die Tuduliste wird lang und länger Und irgendwie nicht attraktiver an der einen oder anderen Stelle.
00:50:52: Steuererklärungen ist ein Punkt.
00:50:54: Also Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal meine Steuereklärung frühzeitig abgegeben.
00:51:02: Ansonsten, wenn ich der Mensch, der das auf den letzten Drucker im Juli halt erledigt.
00:51:07: So, Wimbens heißt es, wenn's unangenehm ist, wenn alles scheiß ist!
00:51:11: Und dieses Jahr habe ich es vor Ostern gemacht.
00:51:14: Ich bin sehr stolz.
00:51:15: Das
00:51:15: mache ich auch relativ frühzeitig.
00:51:16: Allerdings... ...ist das so unterschiedlich?
00:51:18: Ich bin angestellt du bist selbstständig.
00:51:20: Du hast wahrscheinlich eine wesentlich komplizitere Steuerklärung als ich.
00:51:23: Geht aber das Problem ist, ich krieg nichts wieder.
00:51:26: Also zwar viel zahl' ich drauf, dass is nicht gut.
00:51:30: Genau.
00:51:31: Also, ich glaube aber das ist ein guter Punkt nochmal zu sagen so kümmert euch und dann sehen wir ja was passiert.
00:51:38: also da sind wir auch vielleicht wieder bei diesem Ja, vielleicht ist es auch bei mir so ein bisschen Abenteuerlust Dinge zum machen Und zu merken Es kommt irgendwas dabei raus und wenn nicht Dann war's eine gute Erfahrung oder überhaupt ne Erfahrung.
00:51:53: Irgendwas nehmen wir immer mit
00:51:57: Kann alles ein Abenteuer sein?
00:51:58: Selbstständigkeit, eine neue Beziehung.
00:52:03: Mutter werden, Mutter seien...
00:52:05: Ja ja, großes Abenteu!
00:52:08: Es muss nicht immer so eine Natur sein wie ich das mache.
00:52:10: Einfach nicht einmal einstellen, dass man mit kindlichen Augen durch die Welt gehen kann und dann ist alles ein abenteuer.
00:52:18: Ich weiß es nicht.
00:52:20: Ich weiß nicht, wer es gesagt hat.
00:52:21: Wir können das nach recherchieren.
00:52:23: Aber ich finde auf jeden Fall diese kindliche Neugier, die das anspricht ... Ich glaube, dass ist was wir wiederentdecken dürfen oder uns vielleicht verbinden um jetzt hier noch mal raus.
00:52:36: uns wieder verbinden damit, weil ich glaube das ist was was verloren geht und es geht verloren in diesem.
00:52:41: Ich muss noch.
00:52:42: Ich habe noch Aufgaben.
00:52:45: Ich hab keine Zeit.
00:52:46: Es gibt Wichtigeres also diese ganzen Sachen wo wir denken wir müssten Und vielleicht ist manchmal einfach nach draußen gehen und gucken welchen Weg wir heute nehmen ohne Ziel Und vielleicht auch mal gucken, was blüht gerade oder welcher Käfer flitzt irgendwo rum.
00:53:02: Das sind alles Sachen die ich dann wieder gelernt habe als ich eben Mutter geworden bin.
00:53:07: also da geht man sehr viel langsamer durch die Welt und mit ganz anderen Augen.
00:53:12: Also ja Vielleicht nehmen wir das auch noch mit auf und Die großen Abenteuer Sind letzten Endes Ja Auch Entscheidungen und Dann Eben Planung.
00:53:22: also Vielleicht hat euch das ja auch jetzt Lust gemacht auf Abenteuer oder vielleicht hat es auch Mut gemacht, dass auch ungrade Lebenswege da ganz viel drin steckt und dass das vielleicht vielleicht auch was Positives sein kann einfach.
00:53:39: Vielleicht nicht so sicher, vielleicht nicht so gut erzählbar oder man braucht länger um zu erzählen aber nicht uninteressant definitiv Ja.
00:53:51: Und damit würde ich sagen, schließen wir hier mit der Afrika-Reise und den ungeraden Lebenswegen die natürlich nicht zu Ende sind.
00:53:59: Vielleicht treffen uns noch mal wieder Daniel und ich wenn er noch mal studiert hat oder wenn er weiß sich nicht was er noch vorhat?
00:54:06: Ich ja auch nicht wissen wir nicht ob ich für immer diese Selbstständigkeit mache oder diesen Podcast.
00:54:12: Wenn ihr was zu erzählen habt, wisst ihr ja wo ihr euch melden könnt?
00:54:15: Nämlich verbindungenatanakuschinski.de.
00:54:18: Ich nehme die ungraden lebenswirke ich nehme aber auch die geraden ich nehme auch Die monothematischen geschichten.
00:54:23: wir finden auf jeden fall einen roten fad und ich bin mir ganz ganz sicher haben wir heute auch geschafft.
00:54:28: Deswegen wenn dir das gefallen hat was für gehört hast lasst mir gerne ein paar sterne dafür diesen podcast der verbindung schaffen.
00:54:34: podcast klick auf abonnieren Dann finden noch mehr menschen diese geschichten und vielleicht finden sie eben auch noch mehr verbindung Darfst auf jeden Fall in zwei Wochen wieder reinhören, da freu ich mich auch.
00:54:45: Und teilt es gerne mit deinen Freunden wenn du merkst okay das ist cool, das ist ein Thema, das musst du ja unbedingt hören oder sie sagst auf den Fall weiter.
00:54:53: Ich sage danke fürs Hören und bis zur nächsten Folge!
00:54:56: Jetzt gibt's noch gewichtige Worte von Daniel Kassner.
00:54:59: Danke dass du dir die Zeit genommen hast und hier mit mir gesprochen
00:55:03: hast.
00:55:04: Ja geil, vielen Dank!
00:55:05: Wichtige Worte?
00:55:06: Ich habe nur einen Glücksgespruch der einfach lautend macht was euch glücklich macht oder brecht ausmach und wenn es einfach mal ein anderer Weg zur Arbeit ist, der vielleicht fünf Minuten länger dauert aber dafür landschaftlich wesentlich schöner ist.
00:55:21: Es sind die kleinen Dinge die unser Leben lebenswert machen.
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